Psyche
Verschreibungsfreie Präparate:
Texx® 300 (Wirkstoff: Johanniskraut -Trockenextrakt)
Schlafmittel:
Dolestan® (Wirkstoff: Diphenhydraminhydrochlorid)
Verschreibungspflichtige Präparate:
Arminol® (Wirkstoff: Sulpirid)
Citalon® (Wirkstoff: Citalopramhydrobromid)
Fluxet® (Wirkstoff: Fluoxetinhydrochlorid)
Gityl® (Wirkstoff: Bromazepam)
Mareen® (Wirkstoff: Doxepinhydrochlorid)
Mirtazelon® (Wirkstoff: Mirtazapin)
Opipram® (Wirkstoff: Opipramoldihydrochlorid)
Paroxalon® (Wirkstoff: Paroxetinhydrochlorid)
Sertralon® (Wirkstoff: Sertralinhydrochlorid)
Syneudon® (Wirkstoff: Amitriptylinhydrochlorid)
Valocordin® - Diazepam (Wirkstoff: Diazepam)
Zolpinox® (Wirkstoff: Zolpidemtartrat)
Wenn der Geist nicht zur Ruhe kommt: Unruhe und Schlafstörungen
Schlaf – die körpereigene Energiequelle
Der Mensch verbringt rund ein Drittel seines Lebens im Schlaf. Dies ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Gesunder Schlaf ist für das allgemeine Wohlbefinden unerlässlich. Im Schlaf regenerieren sich die am Tage verbrauchten seelischen und körperlichen Kräfte. So ist ein entspannter und erholter Zustand - das so genannte „Ausgeschlafensein“ – die Grundvoraussetzung für die Bewältigung des täglichen Lebens. Je mehr Belastungen der Alltag birgt, desto wichtiger ist ein gesunder Schlaf. Ein Grundsatz, der in unserer modernen Zeit mit ihrem hektischen Alltag, ihren vielen Problemen und hohen Anforderungen besonders bedeutsam ist.
Schlaf regeneriert Körper und Seele
Schlaf ist ein regelmäßig wiederkehrender Erholungszustand. Während des Schlafes laufen zahlreiche Körperfunktionen auf Sparflamme. Das Herz schlägt langsamer, Blutdruck und Körpertemperatur sinken. Die Atmung wird flacher und regelmäßiger, die Muskelspannung verringert sich. Die Reaktionsfähigkeit gegenüber äußeren Reizen wird herabgesetzt. Die Augen sind geschlossen. Die im Schlaf gesparte Energie setzt der Körper für die Regeneration von Körper und Seele ein. Dies erklärt auch, warum kranke Menschen ein erhöhtes Schlafbedürfnis verspüren. Der Erholungseffekt des Schlafes ist nicht nur von der Schlafdauer abhängig, sondern auch von der Schlafqualität. Eine gute Schlafqualität ist dann gegeben, wenn die unterschiedlichen Schlafphasen reibungslos ablaufen. Zu den sich mehrmals pro Nacht abwechselnden Schlafphasen gehören Traum- und Tiefschlafphasen.
Gestörter Nachtschlaf und Unruhezustände
Kurzzeitig und einmalig auftretende Schlafprobleme sind etwas ganz Normales und nicht behandlungsbedürftig. Zum Beispiel, wenn sie nach einem außergewöhnlich anstrengenden Tag, nach einem heftigen Streit oder auch nach einem besonders schönen Ereignis auftreten. Dann ist es ganz natürlich, dass das am Tag Erlebte zur Nacht nicht ausreichend schnell aus dem Kopf verdrängt werden kann und das Einschlafen einmal etwas länger dauert. Der dabei entstandene Schlafmangel wird in der Regel in einer der nächsten Nächte wieder ausgeglichen.
Schlafstörungen können sich auf verschiedene Art äußern:
Einschlafstörungen:
Bis zum Einsetzen des Schlafes vergehen mehr als eine halbe Stunde, im Extremfall sogar mehrere Stunden.
Durchschlafstörungen:
Während des Schlafes kommt es zum Erwachen, wobei ein erneutes Einschlafen erst nach längerer Zeit möglich ist.
Ausschlafstörungen:
Das Ende des Schlafes erfolgt bereits in den frühen Morgenstunden. Ein erneutes Einschlafen ist nicht mehr möglich.
Halten jedoch Schlafstörungen – egal welcher Art und Ursache – über einen längeren Zeitraum an, können diese für die Gesundheit ernste Folgen haben. Schlafprobleme beeinträchtigen die Lebensqualität und ganz besonders die Leistungsfähigkeit im Alltag.
Werden Körper und Seele durch anhaltenden Schlafmangel unzureichend regeneriert, kommt es zu Unruhezuständen, auch Tagesnervosität genannt. Menschen mit nervösen Unruhezuständen fühlen sich
- innerlich rastlos
- fahrig und unaufmerksam
- gereizt
- angespannt
- unkonzentriert und
- nicht belastbar.
Eine anhaltende nervliche Anspannung kann auch zu körperlichen Beschwerden führen, zum Beispiel zu nervösen Magenproblemen, Herz-Kreislauf-Störungen oder Kopfschmerzen. Zu den häufigsten Folgen der Unruhezustände am Tag gehören Schlafstörungen. Im Vordergrund stehen die nervösen Einschlafstörungen, da der am Tag empfundene Stress, Ärger und Termindruck abends nicht abgebaut werden kann.
Einschlafstörungen mindern die Schlafdauer und den Erholungseffekt des Schlafes. Bereits vorhandene Unruhezustände werden durch Schlafmangel noch weiter verschlimmert. Die Betroffenen kommen zur nächsten Nacht wieder nicht rechtzeitig zur Ruhe. Ein Teufelskreis, der so schnell wie möglich erkannt und unterbrochen werden muss.
Ursachen von Unruhezuständen und nervösen Einschlafstörungen
Die häufigsten Quellen von Unruhezuständen und Schlafstörungen sind seelisch bedingt, ausgelöst durch:
- Stress im Beruf: Überlastung, Mobbing, drohende Arbeitslosigkeit
- familiäre Probleme: Sorgen um die Kinder, Krankheiten, Beziehungsprobleme
- Ängste: Prüfungen, Existenzsorgen, Schulden
Zu den ebenfalls sehr häufigen Ursachen gehört die Reizüberflutung, zum Beispiel durch Straßenlärm, laute Musik der Nachbarn oder den Mitternachtskrimi im Fernsehen. Des weiteren sind schlafunfreundliche Bedingungen im Schlafzimmer ein häufiges Problem: unzureichende Dunkelheit, die falsche Temperatur (zu kalt oder zu warm) oder eine durchgelegene Matratze. Da der tägliche Schlaf-Wach-Rhythmus ein Zusammenspiel aus innerer Uhr (medizinisch: Biorhythmus) und äußeren Einflüssen ist, treten Schlafstörungen häufig bei Schichtarbeit oder nach einem Wechsel der Zeitzone auf. Bei Frauen können oft hormonelle Umstellungen, zum Beispiel während der Wechseljahre, zu Nervosität, innerer Unruhe und Schlafstörungen führen.
Für die meisten älteren Menschen sind Schlafstörungen ein tägliches Problem. Der Schlafbedarf geht mit zunehmendem Lebensalter zurück. Außerdem wird der Schlaf im Alter störanfälliger.
Achtung! Auch Krankheiten können zu Nervosität und/ oder Schlafstörungen führen. Dazu gehören psychische Krankheiten (Depressionen, Angsterkrankungen), chronische Schmerzen und viele mehr. Liegt ein entsprechender Verdacht vor, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
10 Grundregeln für einen gesunden und erholsamen Schlaf
Ab und an Entspannen und Abschalten
Gezielte und regelmäßige Entspannung kann auch bei starker und
anhaltender nervlicher Belastung für Ausgeglichenheit sorgen. Bewährt
haben sich spezielle Entspannungstechniken, die am besten unter
professioneller Anleitung erlernt werden, zum Beispiel autogenes
Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung.
Regelmäßig Sport treiben
Zum Abbau von Alltagsstress und Alltagssorgen ist Ausdauersport sehr
gut geeignet. Besonders vorteilhaft sind Wandern, Schwimmen, Joggen und
Radfahren, da diese Sportarten an der frischen Luft ausgeübt werden.
Auch ein abendlicher Spaziergang trägt zum Verarbeiten der täglichen
Probleme bei.
Auf Mittagsschlaf verzichten
Wer am Tag schläft, benötigt in der Nacht weniger Schlaf. Damit das
Schlafbedürfnis in der Nacht erfüllt wird, sollte das beliebte
Nickerchen am Mittag unterbleiben. Diese Regel sollten besonders ältere
Menschen beherzigen, da der Schlafbedarf mit zunehmendem Lebensalter
abnimmt.
Späte üppige Mahlzeiten meiden
Die nächtliche Verdauungsarbeit des Magens behindert den Schlaf. So
sollte die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem
Schlafengehen eingenommen werden. Auf schwer verdauliche Speisen zu
später Stunde ist ganz zu verzichten.
Hochwertige Matratze wählen
Bett und Bettzeug müssen unbedingt zum Wohlfühlen beitragen. Dabei ist
die Qualität der Matratze am wichtigsten. Es gibt kein Patentrezept,
wie weich oder hart eine Matratze sein darf – entscheidend sind die
persönlichen Bedürfnisse.
Störfaktoren ausschalten
Reize (Lärm, Licht) aus der Umgebung sind Schlafräuber. Das
Schlafzimmer sollte deshalb ruhig und abdunkelbar sein. Ist dies nicht
der Fall, zum Beispiel im Urlaub, helfen spezielle Schlafbrillen und
Ohrstöpsel.
Sparsamer Umgang mit Alkohol
Alkohol ist ein schlechtes Schlafmittel, auch wenn größere Mengen
ermüdend wirken. Alkohol beeinträchtigt die Schlafqualität, führt zu
Alpträumen und mindert so erheblich den Erholungseffekt des Schlafes.
Anregende Getränke
Kaffee, Cola und schwarzer Tee sind Muntermacher. Sie sollten nur bis
zum frühen Nachmittag getrunken werden, da deren lang anhaltende
antriebssteigernde Wirkung das Einschlafen besonders stark behindert.
Den Tag ruhig ausklingen lassen
Das Schlafengehen sollte möglichst täglich zur gleichen Zeit erfolgen.
Häufig hilft auch ein tägliches Einschlaf-Ritual, zum Beispiel ein
entspannendes Bad, eine kurze Entspannungsübung, noch ein wenig lesen
oder beruhigende Musik.
Einschlafhilfen aus der Natur
Zur Behandlung von Unruhezuständen und nervösen Einschlafstörungen
haben sich seit Jahrhunderten verschiedene Heilpflanzen bewährt. Eine
der wichtigsten Substanzen zur Selbstbehandlung von Schlafstörungen ist
der pflanzliche Inhaltsstoff des Baldrians. Pflanzliche Präparate sind
mild wirksam, sehr gut verträglich und (nach Rücksprache mit dem Arzt)
auch bei länger andauernden Beschwerden anwendbar.
