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Schmerz

Verschreibungsfreie Präparate:

Captin® (Wirkstoff: Paracetamol)

Migräne-Kranit® 500mg (Wirkstoff: Phenazon)

Pernionin® (Wirkstoff: Benzylnicotinat)

pflanzlich Rivoltan® Teufelskralle 480mg (Wirkstoff: Teufelskrallenwurzel -Trockenextrakt)


Verschreibungspflichtige Präparate:

Andolor® (Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid, Naloxonhydrochlorid)

Dysmenalgit® (Wirkstoff: Naproxen)

Ergo-Kranit® Migräne (Wirkstoff: Ergotamintartrat)

Fentanyl Krewel® Transdermale Pflaster (Wirkstoff: Fentanyl)

Migräne-Neuridal® (Wirkstoffe: Paracetamol, Metoclopramidhydrochlorid)

Morphin-HCL Krewel® (Wirkstoff: Morphinhydrochlorid)

Sumatriptan-Kranit® (Wirkstoff: Sumatriptansuccinat)

Tramagit® (Wirkstoff: Tramadolhydrochlorid)

 

Der Schmerz

Wenn der Körper mit uns spricht: Schmerz

Schmerz ist an sich ein sinnvolles Warnsignal des Körpers, das uns darauf aufmerksam macht: Hier stimmt etwas nicht. Dadurch ermöglicht der Schmerz vielfach die Einleitung geeigneter Schutzmaßnahmen. Schmerzen haben aber ihre Funktion verloren, wenn sie lange anhalten, sehr intensiv sind, immer wiederkehren oder über lange Zeit andauern, ohne dass eine ursächliche Behandlung möglich ist wie bei den meisten Kopf- und Rückenschmerzen. Ein Arzt weiß oder kann feststellen, was die Schmerzen verursacht hat und wie sie am besten gelindert werden können.

Doch können Schmerzpatienten selbst auch Entscheidendes zur Erleichterung ihrer Beschwerden tun, denn sie spüren am eigenen Leib, was ihnen hilft und entlastet. Die Zusammenhänge des Schmerzerlebens zu verstehen, ist dabei der erste Schritt zur Bewältigung.

Wie entsteht Schmerz?

Die einzigen Körperstrukturen, aus denen keine Schmerzen empfunden werden, sind das Gehirn, die Knochen und überraschenderweise auch die Bandscheibe selbst. Alle anderen Organe des Körpers sind mit sogenannten Schmerzrezeptoren (Schmerz-Empfangsstellen) ausgestattet. Die Schmerzrezeptoren sprechen auf bestimmte Reize wie Hitze, Druck oder Verletzung an, indem sie Nervenimpulse erzeugen. Die Impulse werden von der Haut, den äußeren oder inneren Organen über Nervenfasern und das Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet. An der Schmerzleitung sind zwei Arten von Nervenfasern beteiligt: 1. Schnelle, dicke Nervenfasern (die sogenannten A-Delta Nervenfasern). Sie leiten den Impuls sehr schnell. 2. Langsame, dünne Nervenfasern (die sogenannten C-Fasern). Sie leiten den Schmerz langsam weiter. A-Delta Fasern vermitteln einen hellen, stechenden, streng begrenzten Schmerz. Über die C-Fasern verlaufen die dumpfen, diffusen, breitflächigen Schmerzempfindungen. Wenn das Schmerzsignal ins Rückenmark eintritt, löst es im akuten Fall zunächst einen Abwehrreflex aus (z.B. Zurückziehen der Hand von der heißen Herdplatte). Über das Rückenmark wird das Schmerzsignal in den Hirnstamm weitergeleitet, wo es vegetative Reaktionen hervorruft (wie Schweißausbruch, Übelkeit, Blässe, Herzklopfen). Die Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung erfolgen durch das Gehirn. Die Schmerzimpulse gelangen dort in eine bestimmte Region, den Thalamus. Hier werden sie „weitergeschaltet“, zunächst an das „limbische System“, das dem Schmerz seine gefühlsmäßige Bedeutung gibt: Er wird unspezifisch als unangenehme Empfindung wahrgenommen. Gleichzeitig werden die Schmerzimpulse an die Großhirnrinde weitergeleitet, über die der Schmerz genauer lokalisiert und bewertet wird (Ermittlung von Schmerzort und Schmerzart). Durch die Ausschüttung von Botenstoffen kann das Gehirn seine Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Man nimmt an, dass schmerzhemmende Substanzen die Schmerzsignale an den Schaltstellen des Rückenmarks blockieren können.

Akuter Schmerz und Dauerschmerz

Wer sich die Hand an einer heißen Herdplatte verbrennt, zieht sie unwillkürlich zurück, sobald er den Schmerz verspürt. Setzen heftige Zahnschmerzen ein, so geht man zum Zahnarzt, um die Ursache beheben zu lassen. Die Schmerzen nach einem Beinbruch etwa sind so geartet, dass man das Bein möglichst wenig bewegen wird, was für den Heilungsprozess sinnvoll ist. Die hier beschriebenen Schmerzen treten akut auf, d.h. kurzfristig, und dauern wenige Stunden oder schlimmstenfalls einige Tage an. Akute Schmerzen sind eine wichtige Warnung, denn sie signalisieren Gefahr oder eine Fehlfunktion. Sie helfen, den Ort und das Ausmaß von Organschäden und Störungen festzustellen, und lenken die Untersuchung des Arztes. Der Akutschmerz führt meist auf eine genau begrenzte Ursache zurück, die sich in der Regel beheben lässt. Auch wenn Akutschmerzen sehr stark sind, können sie vergleichsweise gelassen ertragen werden, denn es ist ein Ende abzusehen – wenn die Verbrennung abheilt, der schmerzende Zahn behandelt oder das gebrochene Bein geschient worden ist. Eine andere Art von Schmerzen sind Dauerschmerzen oder chronische Schmerzen. Dauerschmerzen halten Wochen und Jahre an. Ihre eigentliche Warnfunktion haben sie verloren, denn die Betroffenen und ihr Arzt wissen längst, dass etwas nicht stimmt. Nur: Die „eigentliche“ Ursache ist vielfach nicht zu finden, jetzt nur noch schwer bzw. nicht mehr behandelbar oder überhaupt nicht zu beseitigen. Dies ist z.B. bei chronischen Rückenschmerzen der Fall.

Die Seele leidet mit

Menschen mit häufigen und anhaltenden Schmerzen stehen unter einem enormen Leidensdruck. Die quälenden Beschwerden führen zu eingeschränkter Lebensfreude und geminderter Leistungsfähigkeit in Beruf und Freizeit, zu Schlaflosigkeit und schlimmstenfalls zu Rückzug von Freunden und Hobbys. So können starke und lang anhaltende Schmerzen Angst vor einer weiteren Verschlimmerung der Krankheit sowie Depressionen hervorrufen. Eine fatale Situation, da seelische Störungen wiederum zu einem verstärkten Empfinden von Schmerzen führen.

Dauerschmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und rauben letztlich Zeit und Kraft, sich mit anderen, wesentlicheren Dingen des Lebens zu beschäftigen. Es ist daher wichtig, alles dafür zu tun, dass Schmerzen nicht chronisch werden. Sind die Schmerzen einmal eingetreten, ist es vernünftig, alle Verhaltensweisen und Reaktionen zu unterlassen, die sie aufrechterhalten oder verstärken können.

Was kann Schmerzen verursachen?

  • (Äußere) Einwirkungen wie starker Druck, hohe Temperaturen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Rückens
  • Muskelverspannungen
  • Migräne
  • Erkrankungen innerer Organe und Entzündungen
  • Tumorerkrankungen
  • Nervenerkrankungen
  • Rheuma / Arthritis
  • Seelische Auslöser
  • Osteoporose (=Knochenschwund)

Was kann der Arzt gegen Schmerzen tun?

Es stehen heute viele Mittel und Heilverfahren für die Schmerzbehandlung zur Verfügung. Obwohl der Arzt eine Reihe an Therapiemaßnahmen zur Hand hat, ist eines klar: Gegen Schmerzen gibt es kein Patentrezept. Jede Art von Schmerz verlangt eine besondere Behandlung. Da jeder Patient anders auf die einzelnen Methoden anspricht, ist die Beratung mit dem Arzt sehr wichtig.

Dies sind die gängigsten Behandlungsmethoden:

  • Schmerzmittel
  • Lokalanästhesie
  • Chirotherapie
  • TENS (Trankutane elektrische Nervenstimulation)
  • Elektrotherapie
  • kalte oder warme Hautreize
  • Massage
  • Krankengymnastik
  • Psychotherapie
  • Psychopharmaka