Verschreibungsfreie Präparate:
Dolestan® Baldrian 450mg (Wirkstoff: Baldrianwurzel -Trockenextrakt)
Texx® 300 (Wirkstoff: Johanniskraut -Trockenextrakt)
Verschreibungspflichtige Präparate:
Arminol® (Wirkstoff: Sulpirid)
Citalon® (Wirkstoff: Citalopramhydrobromid)
Fluxet® (Wirkstoff: Fluoxetinhydrochlorid)
Gityl® (Wirkstoff: Bromazepam)
Mareen® (Wirkstoff: Doxepinhydrochlorid)
Mirtazelon® (Wirkstoff: Mirtazapin)
Opipram® (Wirkstoff: Opipramoldihydrochlorid)
Paroxalon® (Wirkstoff: Paroxetinhydrochlorid)
Sertralon® (Wirkstoff: Sertralinhydrochlorid)
Syneudon® (Wirkstoff: Amitriptylinhydrochlorid)
Valocordin® - Diazepam (Wirkstoff: Diazepam)
Zolpinox® (Wirkstoff: Zolpidemtartrat)
Depressionen
Was ist eine Depression und was unterscheidet sie von einer normalen Trauerreaktion?
Die Symptome einer Depression lassen sich nicht mit wenigen Worten zusammenfassen. Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild dieser Erkrankung. Vielmehr gibt es Überschneidungen mit anderen Erkrankungen, wie auch jedes einzelne Anzeichen einer Depression von einer anderen Erkrankung herrühren kann. Deswegen ist es von großer Wichtigkeit, mit einem Arzt über seine Beschwerden zu sprechen und abzuklären, ob eine Depression und/oder eine körperliche Erkrankung vorliegt. Eine Depression ähnelt in einigen Anzeichen einer "normalen" Trauerreaktion. Der Betroffene ist mutlos, verspürt eine tiefe Leere oder Traurigkeit. Beschäftigungen, denen er früher gerne nachging, machen ihm jetzt keine Freude mehr, er vernachlässigt Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die eine Depression von einer normalen Trauerreaktion unterscheiden:
- Grundlose Trauer
- Keine Aufheiterbarkeit
- Stimmungsschwankungen im Tagesverlauf
- depressive Verstimmung dauert länger als 3 Monate an
Es ist wichtig zu wissen, dass sich eine Depression auf sehr unterschiedliche Art und Weise äußern kann. Viele der unten aufgeführten Beschwerden können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Deswegen ist der Gang zum Arzt wichtig: Der Arzt kann andere körperliche Störungen ausschließen und mit letzter Sicherheit feststellen, ob die Beschwerden ihren Grund in einer Depression haben.
Im Folgenden werden die wichtigsten Anzeichen aufgeführt, die auf eine Depression schließen lassen.
- Traurige Stimmung
- Freudlosigkeit
- Störungen des Antriebs und der Entscheidungsfähigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Schlafstörungen
- Angst
- Körperliche Beschwerden
- Essstörungen und starke Gewichtsschwankungen
Suizidgefahr: Viele Depressive fühlen sich nutzlos oder schämen sich für Ereignisse, die anderen Menschen gar nicht aufgefallen sind. Dabei entwickeln sie häufig ein Gefühl der eigenen Wert- und Nutzlosigkeit. Sie sehen in ihrem Leben keinen Sinn mehr und wünschen sich häufig, dass sie einfach nicht mehr existierten. In einer solchen Situation erscheint dem Betroffenen oft der Tod als einziger Ausweg.
Diese Selbstmord- oder Suizidgefahr ist eine häufige auftretende Begleiterscheinung einer Depression. Sie ist ein hohes Risiko für den Patienten. Gerade deswegen ist der Gang zum Arzt so wichtig: Nur er kann feststellen, ob jemand wegen eines Lebensproblems eine Phase der Trauer oder Enttäuschung durchmacht, oder ob er an einer Depression erkrankt ist.
Hier besteht auch eine wichtige Aufgabe für Freunde und Angehörige. Häufig wurde ein Selbstmord vorher angekündigt. Nehmen Sie die Andeutung von Selbstmordabsichten ernst. Versuchen Sie nicht, dem Gefährdeten den Selbstmord auszureden. Nehmen Sie - sofern der Betroffene schon in ärztlicher Behandlung ist - Kontakt zum behandelnden Arzt auf. Bis ein Arzt die Verantwortung übernommen hat, sollten Sie den Erkrankten beobachten und ihm die Möglichkeit eines Gesprächs bieten.
Wie entsteht eine Depression?
Eine Depression lässt sich im Allgemeinen nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist sind verschiedene Faktoren beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression entstehen lassen. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen, dass es sowohl innere wie äußere Umstände gibt, deren Vorhandensein einen Menschen an einer Depression erkranken lassen.
Nach Ansicht der neueren Wissenschaft kommt es während einer Depression zu einer Störung des Stoffwechsels im Gehirn. Dadurch sinkt die Fähigkeit, Empfindungen wie Freude oder Zufriedenheit zu verspüren; negative Gefühle werden übermächtig. Diese Stoffwechselstörung wird häufig durch einschneidende Lebensereignisse ausgelöst wie zum Beispiel der Umzug in eine fremde Stadt, der Verlust des Partners, der Tod eines Angehörigen oder andauernde berufliche Über- oder Unterforderung.
Wie wird eine Depression behandelt?
Eine Depression kann vom Arzt vielfach mit großem Erfolg behandelt werden. Bei leichten Formen der Depression ist nach dem heutigen Wissensstand von einer Gleichwertigkeit einer Behandlung mit Medikamenten und bestimmten Formen der Psychotherapie auszugehen. Handelt es sich um eine schwere Form der Depression so ist zunächst eine Therapie mit Arzneimitteln zu wählen, da sie den größten Erfolg vorweisen kann. Schlägt diese Therapie nicht gleich an, kann durch einen Psychater, Nervenarzt oder einen Psychologen eine begleitende Psychotherapie durchgeführt werden.
Therapie mit Arzneimitteln/Psychopharmakotherapie: Medikamente, die eine psychische - zum Beispiel stimmungsaufhellende oder beruhigende - Wirkung entfalten, nennt man Psychopharmaka. Im Fall einer Depression werden vom Arzt Medikamente verschrieben, die sich Antidepressiva nennen. Diese Medikamente wirken auf den Stoffwechsel im Zentralen Nervensystem, dem Gehirn. Sie sind in der Lage, die Menge der Botenstoffe zu normalisieren und ermöglichen so die Genesung des Erkrankten bzw. schaffen die Voraussetzung für eine Psychotherapie. Die Botenstoffe, die dabei reguliert werden, heißen Serotonin und Noradrenalin. Antidepressiva sind keine Stimmungsaufheller oder Aufputschmittel, mit deren Hilfe man vorhandene Probleme überdecken kann. Sie normalisieren den aus der Balance geratenen Stoffwechsel im Gehirn ohne abhängig zu machen. Eine andere Medikamentengruppe sind die Benzodiazepine. Diese Medikamente werden manchmal begleitend für einige Tage bis Wochen eingesetzt, um die Angst zu lindern, die oft begleitend zur Depression auftritt. Sie lindern somit die akuten Beschwerden, haben aber keine antidepressive Wirkung. Da bei ihnen die Gefahr der Abhängigkeit besteht, dürfen sie nicht länger als vier Wochen eingesetzt werden.
Wichtig zu wissen:
Verzögerter Wirkeintritt: Antidepressiva entfalten ihre Wirkung nicht sofort. Im Allgemeinen dauert es zwei bis drei Wochen, bis sich die Wirkung zeigt. Wer Antidepressiva nimmt, sollte das wissen, damit er über die fehlende Wirkung in der ersten Zeit nicht enttäuscht ist und das Medikament nicht schon nach einigen Tagen absetzt. Nach Ablauf des angesprochenen Zeitraums sollte sich jedoch eine aufhellende Wirkung einstellen. Geschieht dies nicht, so sollte der behandelnde Arzt darüber informiert werden.
Nebenwirkungen: Antidepressiva können, wie alle Arzneimittel, auch unerwünschte Effekte besitzen. Diese Nebenwirkungen treten oft zu Beginn der Behandlung auf und verringern sich im Verlaufe der Therapie oder verschwinden ganz.
Wichtig ist, dass der Patient das Medikament deshalb nicht eigenmächtig absetzt oder niedriger dosiert, sondern mit dem behandelnden Arzt über diese Nebenwirkungen spricht. Wenn Nebenwirkungen nicht von selbst wieder verschwinden, besteht die Möglichkeit, diese über eine Veränderung der Dosis zu reduzieren. Ebenso kann der Arzt unter Umständen ein anderes Präparat verordnen, das bei der gleichen Wirksamkeit gegen die Depression diese Nebenwirkungen nicht aufweist.
Dauer der Behandlung: Die regelmäßige Einnahme des Medikaments stellt eine Grundvoraussetzung für die Genesung dar. Auch nach der Besserung der Beschwerden ist eine so genannte Erhaltungstherapie notwendig, um einen Rückfall zu verhindern. Hierbei ist es normalerweise notwendig, dass über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten regelmäßig ein Antidepressivum eingenommen wird. Diese Erhaltungstherapie wird auch dann empfohlen, wenn es sich um das erste Auftreten einer Depression handelt. Kommt es immer wieder zu depressiven oder manisch-depressiven Phasen, so ist eine dauerhafte Behandlung mit einem Antidepressivum notwendig.
Psychotherapie: Psychotherapie bedeutet Heilbehandlung der Seele. Heute versteht man darunter die Behandlung seelischer Erkrankungen durch Gespräche und Übungen mit dem Psychotherapeuten. Eine psychotherapeutische Behandlung dient im Fall der Depression dazu, die Gründe der Erkrankung, die nicht körperlicher Natur sind, zu ermitteln und zu behandeln. Vereinfacht lässt sich die Psychotherapie in zwei Richtungen trennen: verhaltenstherapeutische Ansätze und tiefenpsychologische Ansätze.
Die Verhaltenstherapie basiert auf den Ergebnissen der Lernforschung. Ihr Ziel ist es, dass der Erkrankte durch Gespräche, Übungen und neue Einsichten seine Verhaltensweisen, die seine Erkrankung mit verursachen, erkennt und ändert. Dabei wird die seelische Erkrankung als eine Art falsch eingeübtes Verhalten angesehen, das man durch entsprechendes Training wieder ändern kann.
Die Tiefenpsychologie versucht, die Gründe für die seelische Störung zu finden. In einem Verfahren, das unter Umständen sehr lange dauert, versucht der Therapeut, Erlebnisse im Leben des Betroffenen zu ermitteln, die zu der psychischen Erkrankung geführt haben können. Diese Erlebnisse werden meist in der frühkindlichen Entwicklung vermutet.
Die interpersonale Psychotherapie (IPT) ist eine relativ neue Form der Psychotherapie, die sich zwischen der tiefenpsychologischen Psychotherapie und der Verhaltenstherapie bewegt. Bei dieser Form der Psychotherapie versucht der Therapeut, Konfliktsituationen des Erkrankten zu ermitteln, die zu der Erkrankung geführt haben könnten. Dabei beschränkt er seine Suche jedoch auf zentrale Bereiche des Lebens, z.B. Trennung oder Verlust. Die Dauer der Behandlung wird, wie bei der Verhaltenstherapie, auf eine bestimmte Anzahl von Sitzungen begrenzt.
Wer behandelt eine Depression?
Hausarzt: Der erste Schritt bei gesundheitlichen Problemen sollte zum Hausarzt führen, denn er ist im Allgemeinen am besten mit dem Gesundheitszustand seines Patienten und mit dessen persönlichem Umfeld vertraut. Dabei ist es wichtig, dass sich der Betroffene darüber im Klaren ist, dass der Hausarzt nicht nur für körperliche Beschwerden der richtige Ansprechpartner ist. Bevor der Hausarzt von den depressiven Symptomen auf eine Depression schließt, wird er ausschließen, dass eine andere Erkrankung vorliegt.
Facharzt: Liegt eine schwere Form der Depression vor oder tritt nach zwei bis drei Monaten keine Besserung der Beschwerden ein, so wird der Hausarzt wahrscheinlich eine Überweisung zum Facharzt vornehmen. Dieser wird in den meisten Fällen ein Psychiater sein, also ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Psychotherapeut: Gerade bei einer leichten Depression kann es sinnvoll sein, dass neben der medikamentösen Behandlung eine Psychotherapie durchgeführt wird. Eine solche Psychotherapie kann der Hausarzt selber durchführen, wenn er durch Weiterbildungsmaßnahmen die Zusatzqualifikation "Psychotherapeut" erworben hat.
Was können Angehörige und Freunde tun?
Wie man jemandem helfen kann, der an einer Depression erkrankt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Familie und der Freundeskreis eines Erkrankten stehen oft vor einer schwierigen Situation: Das Erscheinungsbild einer psychiatrischen Erkrankung ist vielen Menschen unbekannt und löst - besonders wenn sie schwer ist - Unsicherheit oder sogar Ablehnung aus.
Beteiligen Sie sich an der Aufklärung über die Erkrankung, sprechen Sie mit Freunden und Bekannten über das Thema Depression. Zeigen Sie Verständnis für die Situation des Erkrankten. Versuchen Sie nicht, dem Betroffenen klar zu machen, dass sein Leben doch gar nicht so schlimm sei oder dass es andere Menschen gäbe, denen es schlechter ginge. Solche - oft gut gemeinten - Aufmunterungsversuche bestärken in einem Depressiven nur das Gefühl, versagt zu haben und sein Leben nicht meistern zu können.
Das Gespräch mit einem Menschen, der an einer Depression leidet, dreht sich oft nur um die Erkrankung selbst. Dies kann eine Belastung für den Freund oder den Angehörigen darstellen, die nicht zu unterschätzen ist. Wer einem Erkrankten helfen will, darf von sich nicht zuviel verlangen. Schaffen Sie sich Freiräume, in denen Sie andere Aktivitäten wahrnehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Gespräch mit anderen Angehörigen in einer Angehörigengruppe zu suchen.
Zur Behandlung von Depressionen stellen wir dem Arzt eine Anzahl von verschreibungspflichtigen Präparaten zur Verfügung.
Alle Präparate sind verschreibungspflichtig.
- Arminol® (Wirkstoff: Sulpirid)
- Citalon® (Wirkstoff: Citalopramhydrobromid)
- Fluxet® (Wirkstoff: Fluoxetinhydrochlorid)
- Gityl® (Wirkstoff: Bromazepam)
- Mareen® (Wirkstoff: Doxepinhydrochlorid)
- Mirtazelon® (Wirkstoff: Mirtazapin)
- Opipram® (Wirkstoff: Opipramoldihydrochlorid)
- Paroxalon® (Wirkstoff: Paroxetinhydrochlorid)
- Sertralon® (Wirkstoff: Sertralinhydrochlorid)
- Syneudon® (Wirkstoff: Amitriptylinhydrochlorid)
- Valocordin® Diazepam (Wirkstoff: Diazepam)
- Zolpinox® (Wirkstoff: Zolpidemtartrat)
